Arbeitsgericht Wiesbaden

Kündigungsschutzklagen der ehemaligen Geschäftsführerin Hannelore Richter

Die Kammer 5 des Arbeitsgerichts Wiesbaden hat unter dem Vorsitz des Richters am Arbeitsgericht Dr. Krampe die Kündigungsschutzklage der ehemaligen Geschäftsführerin des Arbeiterwohlfahrt Kreisverbandes Wiesbaden e.V. Hannelore Richter gegen die außerordentliche Kündigung vom 6. März 2020 abgewiesen.

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Nr. 01/2022

Frau Richter war langjährig als Geschäftsführerin der AWO Wiesbaden tätig. Die AWO Wiesbaden sprach im Frühjahr 2020 insgesamt fünf Kündigungen gegenüber Frau Richter aus. Die Kündigungen hat die AWO unter anderem darauf gestützt, dass Frau Richter für überhöhte Zahlungen an Mitarbeiter und Dienstleister gesorgt haben soll, denen keine angemessenen Gegenleistungen gegenübergestanden hätten, dass sie für den Abschluss mehrerer Scheinarbeitsverträge verantwortlich gewesen sei und dass sie unzulässige Barentnahmen getätigt und diese durch fingierte Darlehens- und Arbeitsverträge verschleiert habe.

Der Klage gegen die erste Kündigung vom 20. Februar 2020 hat die Kammer aus formalen Gründen stattgegeben, weil die aus Sicht der Kammer erforderliche Beteiligung des Integrationsamtes und der Schwerbehindertenvertretung nicht erfolgt war.

Die außerordentliche Kündigung vom 6. März 2020 hat die Kammer als wirksam erachtet, weil die Klägerin aus Sicht der Kammer jedenfalls dafür verantwortlich ist, dass überhöhte Zahlungen an einen Rechtsanwalt erfolgt sind, denen keine angemessenen Gegenleistungen gegenübergestanden haben.

Die schriftlichen Urteilsgründe liegen noch nicht vor.

Gegen die Entscheidung ist das Rechtsmittel der Berufung gegeben.

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